Die Versorgung des Gemeindegebietes Rückersdorf mit Trink- und Brauchwasser erfolgte bis 1933 ausschließlich durch Privatbrunnen. Der Wasserbedarf der 185 Anwesen, davon 70 landwirtschaftliche Betriebe, betrug damals ca. 170 m³ am Tag. Eine der Hauptbezugsquellen im Dorfkern waren der jetzt wieder renovierte Schöpfbrunnen neben dem Backofen in der Schlossgasse und der Schwenkpumpenbrunnen an der Hauptstraße vor dem Gasthaus "Weißer Schwan". Dank des Engagements des Verschönerungsvereins Rückersdorf, konnten beide Brunnen als Schmuckbrunnen bzw. als Trinkwasserbrunnen für "durstige Passanten" wieder belebt werden.
In den Jahren 1933 bis 1949 begann die Errichtung der gemeindlichen Wasserversorgung, die bedingt durch die Kriegs- und Nachkriegsjahre und den Mangel an Material nur schleppend erfolgen konnte. Ein Flachbrunnen in den Pegnitzauen und eine nachgeschaltete Druckpumpe sorgten für ein oftmals "schwankendes Angebot". Verstopfte Leitungen, Sandeinspülungen und Trübungen waren damals an der Tagesordnung und der sprunghafte Anstieg der Einwohnerzahl nach 1945 stellte ein weiteres ernsthaftes Problem dar.
Entscheidenden Einfluss auf die hohe Qualität des heutigen Trinkwassers nahm der Bau der Wasseraufbereitungsanlage im Jahr 1972 am Brunnenweg. Der glückliche Umstand, dass beim Einbringen der beiden Brunnen in einer Tiefe von 120 m ein Wasserreservoir mit einer mittleren Verweildauer von 10000 Jahren angebohrt wurde, sichert die heutige und auch die zukünftige Versorgung der Einwohner. Über 55 km Wasserleitung durchziehen heute die Gemeinde und über 280 Hydranten stehen zur Brandbekämpfung bereit. Der Feuerschutz steht neben der Trinkwasserversorgung an wichtigster Stelle.
Um den Pro-Kopf-Verbrauch von ca. 55 m³/Jahr decken zu können, fördern die Gemeindewerke jährlich ca. 260.000 m³ in das Ortsnetz. In Abhängigkeit vom Verbrauch, wird das Volumen des Ringleitungssystems täglich ausgewechselt, d.h. innerhalb von 24 Stunden erfolgt eine vollständige Erneuerung des Frischwassers am Wasserhahn. Eine Frischegarantie, die sonst kaum ein Lebensmittellieferant bieten kann.
Ständige chemisch-physikalische, mikrobiologische und toxikologische Untersuchungen ergänzen den hohen Qualitätsstandard der heutigen Wasserversorgung.
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