Gemeinde Rückersdorf

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Tatsachen über Deutschland

Erst 1871 wurde aus dem losen Verbund vieler Territorialstaaten das Deutsche Reich gegründet. Die Bundesrepublik Deutschland ist heute das bevölkerungsreichste Land Europas.

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17. Juni 1953

Als Schlüsselereignis auf dem Weg zur deutschen Einheit zählt der Aufstand vom 17. Juni 1953. Ursachen, Verlauf und Folgen erforschen Sie auf diesem multimedialen Angebot.

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Bis ins 8. Jahrhundert

Bis ins 8. Jahrhundert gab es wahrscheinlich entlang des Pegnitztales erste Siedlungs- und Rodungstätigkeit, die auch im heutigen Gemeindegebiet von Rückersdorf im Pegnitztal stattgefunden haben dürfte. Einige Funde deuten auf eine Besiedelung bereits in der Mittelsteinzeit (8.000 bis 4.000 v. Chr.) hin, mit Sicherheit von der Bronzezeit bis zum 4. Jahrhundert vor Christus.

8. Jahrhundert bis 1234

Im 8. Jahrhundert begann mit dem Vordringen des fränkischen Stammes der Markomannen nach Süden die systematische Besiedelung und politische Organisation der fränkischen und nordbayerischen Flusstäler von Norden herein. In diese Zeit dürfte auch der Ursprung des Ortsnamens Rückersdorf fallen.

1234

In diesem Jahr erste urkundliche Erwähnung Rückersdorfs, und zwar in einer Urkunde Kaiser Heinrichs VII, in welcher ein "Albertus de Ruchesdorf" als Zeuge genannt wird.

Bis 1311

Rückersdorf ist Sitz eines Reichsministerialiengeschlechts. Diese Reichsministerialien standen im Dienste des Kaisers und erhielten von diesem größere Gebiete als Lehen oder zum Eigenbesitz. Sie hatten neben Organisationsaufgaben für die militärische Sicherung des ihrigen Gebietes zu sorgen. Ursprünglich aus unfreiem Stand gelang es ihnen bis in den niederen Adel aufzusteigen.

Ab 1350

Rückersdorf wird als Fuhrmanns- und Poststation immer bedeutsamerer, da u.a. unter Kaiser Karl IV. der Osthandel mit Böhmen (Prag und Eger) eine Blütezeit erlebte und die direkte Verbindung Nürnbergs mit dem Osten durch Rückersdorf führte.

Ab 1353

Rückersdorf wird unter die Verwaltung der böhmischen Herzöge gestellt.

1429

Rückersdorf wird Sitz einer sog. Forsthube. Diese Institution hatte die Verwaltung des Reichswaldes um Nürnberg zur Aufgabe. Insgesamt sind 6 Forsthuben im Nürnberger Reichwald nachweisbar.

1447

Bau einer Kirche in Rückersdorf.

1504

Eroberung des Gebietes der Pegnitz ostwärts durch die Reichsstadt Nürnberg.

1505/6

Rückersdorf wird Sitz einer Oberen Hauptmannschaft. Hauptmannschaften wurden durch den Nürnberger Rat gebildet, um den in einem Gebiet ansässigen Bauern in Kriegszeiten eine gewisse Organisation zu geben. In einer Oberen Hauptmannschaft wurden mehrere Dörfer der näheren Umgebung zusammengefasst. Der Sitz der Oberen Hauptmannschaft war bei Alarm auch zugleich Sammelplatz. Die Obere Hauptmannschaft Rückersdorf umfasste die Orte Wetzendorf, Letten, Himmelgarten, Röthenbach, Heuchling, Strengenberg und Kotzenhof.

1508

Rückersdorf erhält seinen eigenen Geistlichen.

1552/53

Rückersdorf wird im Markgrafenkrieg schwer in Mitleidenschaft gezogen; der Herrensitz wird abgebrochen, die Glocken der Kirche geraubt und die Kirche selbst geplündert.

1618 bis 1648

Im Dreißigjährigen Krieg wurde Rückersdorf mehrmals u.a. wegen Durchzügen und Einquartierungen von Soldaten schwer in Mitleidenschaft gezogen. So sind z.B. Einquartierungen der Soldaten aus dem Heer Tillys in den Jahren 1631 und 1632, die Einqaurtierung des Hofstaates Wallensteins 1631 sowie mehrere Einquartierungen und Durchzüge kaiserlicher Soldaten unter dem Kommando eines Generals Aldringer bekannt. Am Ende des Krieges gab es in Rückersdorf noch 8 Haushalte.

Bis 1772

Wiederaufbau der Gehöfte und der Kirche. Die Zahl der Rückersdorfer Bevölkerung steigt wieder auf c.a. 35 Haushalte an.

1796

Das östliche Nürnberger Umland, und so auch Rückersdorf, werden unter preußische Verwaltung gestellt.

1806

Nürnberg und damit auch Rückersdorf, als einer der Nürnbergischen Orte, kommen wieder unter bayerische Herrschaft und werden dem sog. Rezatkreis zugeordnet. [Gemeindekarte von 1810]

1871

Beginn des Baus der Eisenbahnlinie rechts der Pegnitz. Dieser Bau bedingte nun eine Phase der wirtschaftlichen Aufbaus in Rückersdorf, was zunächst den Gastwirten und Geschäftsleuten Nutzen brachte. Direkt ermöglichte es aber auch der Rückersdorfer Bevölkerung, sich gut bezahlte Arbeit in der Stadt Nürnberg zu suchen. Dadurch konnte der Wohlstand im Allgemeinen verbessert werden und Rückersdorf sich wirtschaftlich erholen. Durch den Bau der Eisenbahn gewann Rückersdorf und u.a. die Ludwigshöhe eine große Bedeutung für den Fremdenverkehr, da Nürnberger Bürger gerne die Ludwigshöhe als beliebtes Ausflugsziel nutzten.

1896

Ein zusätzlicher Haltepunkt "Ludwigshöhe" wird eingerichtet.

Bis 1914

Rückersdorf wandelt sich im Zuge der Industrialisierung von einem rein agrarisch geprägten Ort zu einem Ort mit einem bescheidenen Wohlstand, zu dem die Fabrikarbeiter, die in den Fabriken Nürnbergs arbeiteten, und die ersten Dienstleistungsberufe beitrugen. In Rückersdorf erfuhr auch die Gastronomie durch die steigende Bedeutung als Ausflugsziel einen Aufschwung.

1914 bis 1918

Im Ersten Weltkrieg wurden 172 Männer zur Reichwehr eingezogen, 53 von ihnen kehrten nicht mehr zurück. Ansonsten war Rückersdorf u.a. ab 1916 durch eine sich ständig verschlechternde Versorgungslage an Lebensmitteln sowie an Kohle und Holz vom Kriegsgeschehen betroffen.

1918 bis 1933

In der Nachkriegszeit hatte Rückersdorf zunächst mit den allgemeinen politischen und wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu kämpfen. So musste zu Beginn der 30er Jahre die Gemeinde durch die hohe Arbeitslosigkeit eine erhebliche Einbuße an Steuern und Abgaben hinnehmen, wobei gleichzeitig die Ausgaben für die allgemeine Wohlfahrt erheblich anstiegen. 1933 wohnten gut 1500 Personen in Rückersdorf.

1933 bis 1939

Im Zuge der Gleichschaltung verschwanden bis Juli 1933 alle politischen Parteien und Vereine außer der NSDAP und ihrer entsprechenden Organisationen aus dem öffentlichen Leben Rückersdorfs. Ab 1933 veränderte sich die wirtschaftliche Situation der Bewohner Rückersdorf zusehends zum Positiven, indem z.B. 1933 der Bau einer Wasserversorgung begann, 1934 Ludwigshöhe und Strengenberg an diese Wasserleitung angeschlossen wurden und bis Kriegsbeginn 1939 eine rege Bautätigkeit zu verzeichnen war, die nicht nur dringend benötigten Wohnraum schuf, sondern auch für das örtliche Handwerk eine Menge an Aufträgen brachte.

1939 bis 1945

Auch der Zweite Weltkrieg hinterließ direkte Spuren in Rückersdorf. Insgesamt hatte Rückersdorf 108 gefallene und vermisste Soldaten zu beklagen. Durch die Nähe zu Nürnberg hatte Rückersdorf ab 1942 unter den Luftangriffen der Alliierten zu leiden, u.a. am 30. März 1944, als ein Bombenteppich, der offenbar Nürnberg gegolten hat, zu weit östlich abging und somit die Bomben auf das Gemeindegebiet fielen. Ein weiteres Problem, das sich gegen Ende des Krieges noch vergrößerte, war die zunehmende Anzahl an Flüchtlingen in erster Linie aus dem Osten des Reiches und eine große Zahl an ausgebombten Einwohnern meist aus Nürnberg. Gegen Ende des Krieges gab es zeitweise über 1.000 Flüchtlinge und Ausgebombte, die in Rückersdorf untergebracht werden mussten.

1953

Die Ortsteile Rudolfshof und Kotzenhof, die 1808 zu Rückersdorf gekommen waren, werden aus dem Gemeindegebiet ausgegliedert und nach jahrelangen Verhandlungen auf Wunsch der Einwohner und auf Betreiben der Stadt Lauf nach Lauf eingemeindet.

Bis 1970

Bis 1970 erfolgte der Ausbau Rückersdorfs zur Wohngemeinde. War die Zeit nach dem Krieg geprägt von Not und Mangel, so gingen die Bürgermeister der Nachkriegszeit daran, vornehmlich die Versorgung der Bevölkerung mit Wohnraum und Einrichtungen des täglichen Bedarfs zu sichern, denn Flüchtlinge und Vertriebene aus dem Osten stellten ein erhebliches Problem in Bezug auf die Wohnungssituation dar. Neue Baugebiete wurden ausgewiesen und die allgemeine Bautätigkeit sorgte bald für eine Verbesserung der Wohnsituation.

1974 bis 1977

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern sollte auch Rückersdorf in einen größeren Kommunalverband eingegliedert werden. Zur Diskussion stand die Eingemeindung nach Lauf oder das Zusammengehen mit Schwaig, Behringerdorf und Röthenbach. Durch die Überzeugungsarbeit der damaligen Gemeinderäte und Bürgermeister gelang es dies zu verhindern. Nicht zuletzt auf Grund der sehr guten finanziellen Situation der Gemeinde teilte die Regierung in München 1977 mit, dass Rückersdorf als eigenständige Gemeinde bestehen bleiben kann.