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Letzte Ruhe unter Bäumen

Stätte des Ruhens und Gedenkens
Stätte des Ruhens und Gedenkens

Die Gemeinde Rückersdorf weihte die „Stätte des Ruhens und des Gedenkens“ für die neugeschaffene Baumbestattung ein.

 
Der Rückersdorfer Waldfriedhof ist um ein neues Schmuckstück reicher. Nach der gläsernen Skulptur bei den Anonymen Urnengräbern, wurde nun eine „Stätte des Ruhens und des Gedenkens“ für die neugeschaffene Baumbestattung seiner Bestimmung übergeben. Die Feierstunde fand an Christi Himmelfahrt im Rahmen des traditionellen Rückersdorfer Wandertages statt, zu dem das Vereinskartell und die Gemeinde eingeladen hatten.

Die Wandergruppe traf rechtzeitig zu einer ökumenischen Andacht mit Pfarrer Volker Klemm und Frau Petra Beck, Wortgottesdienstbeauftragte der Katholischen Kirchengemeinde, am Rückersdorfer Waldfriedhof ein. Pfarrer Klemm stellte dabei den Baum in den Mittelpunkt seiner Predigt. Als irdischer Platzhalter für die sterblichen Überreste eines Menschen, fungiere er quasi als symbolisches Bindeglied zur himmlischen Ewigkeit. Musikalisch umrahmt wurde die Andacht vom EC-Posaunenchor aus Lauf unter der Leitung von Herrn Ermer.

Im Anschluss daran hieß der Erste Bürgermeister Manfred Hofmann die Gäste im Namen der Gemeinde Rückersdorf willkommen. Unter den Anwesenden waren auch seine beiden Stellvertreter Heidi Sponsel und Andreas Ellner, die Trägerin der Goldenen Bürgermedaille Frau Erika Hanik, sowie zahlreiche Mitglieder des Gemeinderates. Er dankte auch dem Vereinskartellvorsitzenden Johannes Ballas für die Organisation und Durchführung der schon zur Tradition gewordenen Veranstaltung am Vatertag. In seiner Rede zur offiziellen Einführung der Baumbestattung am gemeindlichen Friedhof ging er auf den aktuellen Wandel der Bestattungskultur ein.

Viele Jahrhunderte gab es ausschließlich Sargbestattungen. Die Feuer- bzw. Urnenbestattungen erlangten erst Mitte des letzten Jahrhunderts mehr und mehr an Akzeptanz, als die beiden christlichen Religionen ihre Vorbehalte gegen diese Form der Bestattung aufgaben. In 2017 fanden in Rückersdorf insgesamt 69 Bestattungen statt. 26 davon waren Sargbestattungen, 43 waren Urnenbeisetzungen. Auch bei den Grabstellen geht der Trend weg vom Familiengrab, hin zur Urnenwand oder den Anonymen Urnengräbern. Auch der Ruf nach einer naturnahen Baumbestattung wurde immer lauter. Besonders von Personen die keine Angehörigen zum Pflegen ihrer Grabstätte in der Nähe haben, wurde dieser Wunsch nach einem „Friedwald“ immer öfter an die Gemeinde herangetragen. Was lag daher näher, als auf dem vorhandenen „Waldfriedhof“ eine solche Bestattungsmöglichkeit zu schaffen, so der Bürgermeister.

Dankenswerter Weise hat sich die Zweite Bürgermeisterin Heidi Sponsel zusammen mit der SPD Gemeinderatsfraktion diesem Thema angenommen und verschiedenen Formen der „Baumbestattung“ dem Gemeinderat vorgestellt. Dieser hat im Februar 2017 einstimmig den Bauausschuss mit der konkreten Planung zur Umsetzung beauftragt. Bei einem Ortstermin wurde der jetzt realisierte Ort ausgewählt und die Verwaltung beauftragt, Vorschläge für einen Ort des Ruhens und Gedenkens einzuholen. Nach mehreren Beratungen erhielt dann die Firma Blendinger den Auftrag zur Gestaltung dieses Bereiches. Die Kosten für die fünf Stelen mit 119 Namenstafeln belaufen sich auf rund 20.000 €. Der Weg und die Pflasterarbeiten am Rondell und die Pflanzung der Grünanlage wurden von den Mitarbeitern des Bauhofs vorgenommen, die auch in Zusammenarbeit mit der Firma Bräunlein weitere Bäume auf dem Gelände gepflanzt haben.

Zunächst erfolgt die Beisetzung der vererdbaren Urnen im Wurzelbereich des vorhandenen Baumbeststands. Später werden auch um die neugepflanzten Bäume im Uhrzeigersinn Urnen beigesetzt. Wünscht ein Ehegatte oder Partner eine spätere Beisetzung neben der Urne des Erstverstorbenen, so ist dies in einem zweiten Kreis um einen Baum herum möglich. Die Ruhefrist beträgt 15 Jahre und kostet 1.200 € für einen Grabplatz. In diesem Preis sind die Kosten für das Namensschild sowie die Grünpflege der Anlage mit beinhaltet. Lediglich die Kosten der Namensgravur kommen noch hinzu. Mit dieser sehr modernen Art, in einem sehr gelungenem und angemessenem Ambiente, wurde das örtliche Angebot für alternative Bestattungen auf hervorragende Weise ergänzt, so Manfred Hofmann. Er bedanke sich bei der Zweiten Bürgermeisterin Heidi Sponsel für die vielen Mühen, die sie auf sich genommen hatte, um diesen Ort zu schaffen.

Der Zweiten Bürgermeisterin Heidi Sponsel, die das Projekt von Anfang an sehr intensiv betreute hatte, blieb es dann vorbehalten, allen zu danken, die daran mitgewirkt hatten. Ihr Dank galt dem Ersten Bürgermeister und dem Gemeinderat, für die Bereitstellung der finanziellen Mittel. Aber auch für das Vertrauen, dieses Projekt umzusetzen und zu gestalten. Seitens der Verwaltung dankte sie der zuständigen Sachbearbeiterin Frau Härtl und dem Bauhofleiter Stefan Zinner mit seinen Mitarbeitern, die sich über die Maßen für dieses Vorhaben engagiert hatten. Auch ihren Gemeinderatskollegen Alexander von Ciriacy-Wantrup, ein ausgewiesener Baumexperte, und die örtliche Baumschule Bräunlein schloss sie in ihren Dank mit ein. Beide haben bei der Baumauswahl den Grundgedanken eines parkähnlichen Charakters vorbildlich umgesetzt. Eine angenehme Zusammenarbeit ergab sich auch mit der Firma Blendinger. Hier war es sowohl für Auftraggeber als auch für den Auftragnehmer ein spannender Prozess, die entwickelten Vorstellungen in die Realität umzusetzen.  Sie dankte Herrn Blendinger und Herrn Ringel für ihre Ideen und Vorschläge zur Gestaltung der Stelen und der Ausarbeitung der Namensschilder. Da man keinen professionellen Landschaftsplaner einbezogen hatte, war es wichtig, dass alle Beteiligten ihre Ideen und Gedanken einbrachten, um das Projekt Stück für Stück zu entwickeln und zielgerichtet voranzubringen. Ihr Dank galt auch dem Begräbnisverein Rückersdorf-Behringersdorf, der mit einer großzügigen Spende die Ruhebank für diesen Bereich mitfinanzierte.

Im Anschluss an den „offiziellen“ Teil nahmen die beiden Kirchenvertreter dann die Segnung der neuen Stätte vor.

(Text und Foto: Klaus Sponsel)